„Das Monster in uns“
Am 13. und 14. Juli 2026 durften wir gemeinsam mit unseren Pflegekindern an dem zweieinhalbtägigen Kurs „Das Monster in uns“ des Instituts für Trauma und Pädagogik in Mechernich teilnehmen. Unter der Leitung von Hedi Freude sowie den Referentinnen Farah und Kathrin erwartete uns ein liebevoll gestaltetes und fachlich fundiertes Angebot, das Kindern und ihren Bezugspädagogen einen besonderen Zugang zu den Themen Gefühle, Trauma und innere Anteile ermöglichte.
Bereits zu Beginn wurden wir mit einem reichhaltigen Frühstück herzlich empfangen. In einer wertschätzenden und sicheren Atmosphäre lernten Kinder und Erwachsene den Ablauf kennen und konnten sich in Ruhe auf die gemeinsame Zeit einlassen. Während des gesamten Kurses war für ausreichend Pausen, Getränke und eine angenehme Umgebung gesorgt, sodass sowohl das Wohlbefinden als auch die Selbstfürsorge einen festen Platz hatten.
Im Mittelpunkt standen die sogenannten „Monster in uns“ – innere Anteile, die uns in belastenden Situationen begleiten und oft als Bewältigungsstrategien entstanden sind. Mit kreativen und kindgerechten Methoden konnten die Kinder ihre eigenen inneren Monster entdecken und kennenlernen. So entstanden beispielsweise durch das Werfen von Kaffeesatz ganz individuelle Bilder, deren Konturen anschließend mit Fineliner nachgezeichnet wurden. Aus diesen Kunstwerken entwickelten sich persönliche Monsterfiguren, zu denen die Kinder, ganz freiwillig und entsprechend ihrer Möglichkeiten, eigene Geschichten schreiben konnten. Unterstützt wurde dieser Prozess unter anderem durch verschiedene Monster-Kuscheltiere, die den Zugang zu den eigenen Gefühlen erleichterten.
Auch die Funktionsweise unseres Gehirns wurde anschaulich erklärt. Mithilfe von Playmobil-Figuren wurde dargestellt, wie der Neokortex als „Prinz“ oder „Prinzessin“ für klares Denken und überlegte Entscheidungen stehen. Gleichzeitig lernten die Kinder den „Troll“ kennen, auf dessen Rücken die Amygdala (unsere innere Alarmanlage) sitzt. Wird sie aktiviert, schlägt sie Alarm und der Troll übernimmt kurzfristig das Steuer. Dieses leicht verständliche Bild half Kindern und Erwachsenen gleichermaßen, emotionale Reaktionen besser zu verstehen und einzuordnen. Zusammen mit Farah und Kathrin erarbeiteten die Kinder in welchen Situationen ihr Troll „geweckt“ wird und was sie dann brauchen könnten, um ihn wieder zu beruhigen. Die Ergebnisse stellten sie dann ihren Bezugspädagogen vor.
Nicht nur die Kinder profitierten von diesen Erfahrungen. Auch wir Erwachsenen erhielten wertvolle traumapädagogische Impulse und konnten unser Verständnis für die Reaktionen und Bedürfnisse der Kinder erweitern. Viele Situationen aus dem Alltag wurden aus einem neuen Blickwinkel betrachtet und führten zu wertvollen Erkenntnissen für den gemeinsamen Umgang.
Die Mischung aus fachlichem Wissen, kreativen Methoden, spielerischen Elementen und einer herzlichen Atmosphäre machte diese Fortbildung zu einer bereichernden Erfahrung für alle Beteiligten. Kinder und Erwachsene konnten gemeinsam lernen, ihre Gefühle besser zu verstehen, innere Anteile kennenzulernen und neue Wege im Umgang mit belastenden Situationen zu entdecken.
Wir bedanken uns herzlich beim Institut für Trauma und Pädagogik sowie bei Hedi Freude und ihrem Team für die liebevolle Gestaltung und die wertvollen Impulse, die uns auch über den Kurs hinaus im Alltag begleiten werden.

